
Nummer 79 – Praxisstudien
Psychothriller mit schwarzem Humor und toxischer Liebesgeschichte
Wie weit darf Rache gehen?
Klappentext
Als der attraktive Bestsellerautor Miro Keller mit einem Blumenstrauß in Valeries Büro auftaucht, scheint ihr größter romantischer Wunsch plötzlich wahr zu werden. Miro ist aufmerksam, charmant und erschreckend gut darin, genau das Richtige zu sagen.
Doch hinter seinem perfekten Auftreten steckt mehr als bloßes Interesse. Für seine Bücher überschreitet er Grenzen, die andere nicht einmal berühren würden, und Valerie gerät tiefer in seine außergewöhnlichen Projekte, als ihr lieb ist.
Zwischen Anziehung und Misstrauen entwickelt sich eine Beziehung, in der kaum etwas so ist, wie es zunächst scheint. Und als aus Miros gefährlichen Praxisstudien bitterer Ernst wird, muss Valerie herausfinden, wem sie noch vertrauen kann, bevor sie selbst zum Teil seiner nächsten Geschichte wird.
Drei zusammenhängende Kurzgeschichten über Liebe, Manipulation und die Frage, was geschieht, wenn ein Mensch andere nur noch als Material für die nächste große Story betrachtet.
Buchinfos
Erhältlich als Taschenbuch und E-Book
Veröffentlichung E-Book: 15.05.2025
Veröffentlichung Taschenbuch: 19.06.2026
ISBN: 978-3-384-91528-3
Seiten: 120
Leseprobe
Hier kannst du direkt in die Geschichte hineinlesen und Valerie an dem Punkt begegnen, an dem aus einem Traum sehr schnell etwas ganz anderes wird.
Status erfolgreich
Wahnsinn! Was für ein Traum. Atemberaubend und viel zu real, um noch fair zu sein. Mühsam halte ich die Augen geschlossen und versuche, ihn wieder einzufangen.
Plötzlich stand der Typ in meinem Büro. Einen ganzen Kopf größer als ich, breitschultrig und mit verstrubbelten dunklen Haaren, etwa Mitte dreißig. Suchend schaute er sich um und wirkte dabei leicht zerstreut. Unsere Blicke trafen sich und ein charmantes Lächeln erschien auf seinem Gesicht; einem markanten Gesicht, das man so schnell nicht vergisst.
Wegen des schnittigen Anzugs nahm ich an, er habe einen Termin bei meinem Chef. Warum er ihm einen großen Blumenstrauß mitbrachte, war mir allerdings ein Rätsel.
»Haben Sie sich verlaufen?«, fragte ich pflichtbewusst und hoffte insgeheim auf das Gegenteil. »Ich zeige Ihnen gern den Weg zu …«
»Nein, nein! Ich habe mich nicht verlaufen. Ich bin hier genau richtig. Bei Ihnen.« Er zwinkerte mir zu und sorgte damit für einen kleinen Hüpfer meines Herzens. Mit Sicherheit wandelte sich meine Gesichtsfarbe sofort von dem üblichen Blass in ein leichtes Rot. Zumindest fühlte es sich so an.
Der Typ kam einen Schritt näher und streckte mir den bunten Strauß entgegen. »Ich habe Sie gesehen. Heute Morgen, bevor Sie das Gebäude betreten haben. Ich war sofort … Was soll ich sagen? Den ganzen Vormittag sind Sie mir nicht aus dem Kopf gegangen. Also versuche ich jetzt mein Glück.« Mit der Hand fuhr er sich durch die Haare. Kurz, routiniert und völlig wirkungslos. Die Frisur blieb zerzaust. Dann holte er tief Luft. »Gehen Sie bitte mit mir essen!«
Überrumpelt starrte ich zu ihm hoch. So etwas war mir ja noch nie passiert. Klar, Einladungen zum Essen gab es schon. Aber dass ein wildfremder Mann in meinem Büro auftauchte, nur weil er mich einmal gesehen hatte, das war definitiv neu.
»Wir kennen uns doch gar nicht«, teilte ich ihm auch unnötigerweise mit und ärgerte mich augenblicklich darüber. Typisch! Sobald ein gut aussehender Kerl vor mir steht und Interesse zeigt, setzt mein Verstand aus.
»Das möchte ich gern ändern. Das muss ich ändern!« Er legte den Kopf leicht schief und sah mir direkt in die Augen. »Bitte.«
Was war das? Eine plumpe Anmache und dennoch fast perfekt. Ich fühlte mich sehr geschmeichelt und sagte einfach ja.
Es war dann auch echt nett. Wir saßen auf der gegenüberliegenden Straßenseite in einem kleinen Restaurant. Miro, so sein Name, verhielt sich so aufmerksam mir gegenüber wie schon lange kein Mann mehr. Er hing mir regelrecht an den Lippen und stellte genau die richtigen Fragen. Er hörte tatsächlich zu und tat nicht nur so. Zudem fiel ihm zu fast allem, was ich erzählte, eine lustige Anekdote ein. Er brachte mich ständig zum Lachen und die Zeit verging wie im Flug.
Als er abschließend fragte, ob ich später noch einmal mit ihm ausginge, erfasste mich eine kribbelnde Vorfreude und ich stimmte erneut zu.
Bis abends brauchte ich allerdings nicht zu warten. Bereits nach Dienstschluss passte Miro mich vor dem Bürogebäude ab. Seinen Anzug hatte er gegen schicke Jeans und Shirt getauscht. Auch dieses Outfit stand ihm ausgesprochen gut, wie ich anerkennend feststellte.
»Ich habe eine Überraschung für dich, Valerie«, verkündete er mit seiner tiefen Stimme und lächelte verschwörerisch. »Da man nicht zu fremden Männern ins Auto steigt, das weiß selbst ich, fahren wir mit der Straßenbahn. Komm! Das passt auch besser zur Stimmung.«
Wow! Die Grübeleien vom Nachmittag, wie ich mich verhalten soll, wenn er mich abholt, waren damit hinfällig. Beinahe kam es mir vor, als habe Miro meine Gedanken gelesen.
Weit fuhren wir nicht, nur bis zum Stadion. Die angekündigte Überraschung entpuppte sich als eine Einladung zum Eishockeyspiel, von dem ich ihm mittags erzählt hatte. Wohlgemerkt ein seit Wochen ausverkauftes Spiel. Wie hatte er nur so schnell Karten organisieren können?
Ich musste es zugeben, er beeindruckte mich. Miro hörte nicht nur zu, er handelte auch.
Zwar verlor unsere Mannschaft, aber spätestens beim anschließenden Spaziergang über die Promenade war das schon wieder vergessen. Irgendwie seltsam, es kam mir vor, als würden wir uns ewig und nicht erst seit mittags kennen. Wir passten perfekt zusammen.
Dann passierte, was passieren musste. Nachdem Miro mich bis zur Haustür gebracht hatte, fragte ich ihn, ob er noch auf einen Kaffee mit hochkommen wolle. Definitiv die beste Frage meines Lebens.
Die Nacht war umwerfend. Dieser Mann wusste wirklich, was Frauen wollen.
Sehnsuchtsvoll seufze ich auf. Bitte lass diesen Traum niemals enden. Beinahe glaube ich, Miro tatsächlich um mich zu spüren; selbst sein unwiderstehlicher Duft scheint in der Luft zu hängen. Unwillkürlich atme ich tief durch, schnuppere und reiße im nächsten Moment erschrocken die Augen auf. Etwas bewegt sich an meiner Hüfte.
»Guten Morgen, Valerie«, flüstert mir jemand leise ins Ohr.
Ein angenehmer Schauer läuft mir den Rücken hinunter. Diese tiefe Stimme …
Neugierig, wie es weitergeht?
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